Montag, 21. April 2014

Frau Sibylle und ein Milliardär zur Sommerfrische am Comer See

Villa d'Este in Cernobbio
Die Schriftstellerin Sibylle Berg, bekannt auch durch ihre Kolumne "S.P.O.N. Fragen Sie Frau Sibylle" bei Spiegel Online, hat den lesenswerten und sympathischen Artikel "Wie ein Milliardär auf Sommerfrische" über den Comer See bei "Die Welt - Online" im Netz veröffentlicht.

So schreibt sie über Como:

„Wäre Italien die Schweiz, stünden hier Neubaublocks am Rand des Sees, würden sich in den Himmel türmen, einer neben dem anderen, Como, die kleine Stadt, wäre weitgehend von Altbauten befreit, das Pflaster durch rutschfesten Betonguss ersetzt................
Mögen sie Korruption haben, unter mafiösen Strukturen leiden, sie hinterlassen ihren Enkeln wenigstens eine Idee von Schönheit. An den Seen, in den Städten, am Meer, wenn man die Vororte überlebt hat, die Industriegebiete, die Viertel neben den Autobahnen.

Am Anleger in Como ist der Betrieb wieder aufgenommen. Die Saison beginnt. Erstaunliches Land, in dem die Ticketverkäufer aussehen wie Diplomaten. Mit eleganten Hemden und Anzügen, mit unerschütterlichem Stolz...........“

Cernobbio
Über das Luxushotel Villa d'Este in Cernobbio und die Konkurrenz in Bellagio schreibt sie:

„Der kleine Ort scheint wie um das Hotel gebaut, er besteht aus einer Handvoll Häusern mit Kaschmirboutiquen, drei Restaurants, einem alten Palast, in dem Messen stattfinden, und der "Villa d'Este". Eine Kiesauffahrt, was sonst, führt zum Haupthaus, dem Palast, dem Riesenschinken voller Kunst, Antiquitäten, Teppiche, durch den verträumte Amerikaner schlendern.........
Am Fährhafen die berühmte Bar, in der George Clooney immer verkehrt. Aber jetzt nicht.
Voll ist es trotzdem, man könnte die eigne Existenz ja mit der Anwesenheit einer Ikone aufwerten. George ist nicht da, das Boot schon, das ohne Geräusche den See abgrast, nach Bellaggio. Ein kleiner Zipfel ragt dort in den See, der Ort besteht aus wenigen Gassen, die "Villa Serbelloni" ist der Konkurrenzhotelsaurier am See, wo man abends einmal im Salon gewesen sein muss, um dem Streichquartett zuzuhören und um zu sehen, wie Damen mit bläulichen Haaren mit sich allein zu Walzermelodien tanzen. Die Musiker sind aus Russland, die alten Damen meist ihr Leben lang mit den Gatten hier im Urlaub gewesen. Ohne die unterdes verstorbenen Gatten bleiben die Damen nun meist unter sich, meist die gesamte Saison im Hotel.“


Ein schöner Artikel den der Liebhaber und Freund des Comer Sees gerne liest.

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